Vor 10 Jahren...


...etwa im Jahre 2001 war abzusehen, dass das Deck des Salamanders langsam aber sicher an die Grenze seiner Haltbarkeit kommen wird. Bei vielen Ausbesserungsabeiten wurde es immer schwerer, neben der Schadstelle genügend festes Holz zum verleimen zu finden.

Im Frühjahr 2002 wurde in Eigenarbeit die Sperrholz-Unterkonstruktion rund um den Mast erneuert. Das auf dem Bild zu bestaunende "Loch" im Deck war eigentlich viel kleiner geplant - da an den Rändern des Lochs kein festes Sperrholz zum anleimen mehr existierte, musste Planke um Planke mehr aufgenommen werden, um die Reperatur solide auszuführen.

Eine komplette Decksrestaurierung in Eigenleistung würde den Zeitfonds der Hüttenbrüder übersteigen, abgesehen von dem Lehrgeld, das man wohl würde bezahlen müssen, da wir ja nun mal trotz der über Jahre erworbenen Erfahrung keine Bootsbauer sind.

So wurde damals beschlossen, jährlich etwas Geld zurückzulegen, um eine Restaurierung des Decks in Auftrag geben zu können.

Die Arbeit

Was heißt denn nun eigentlich "Decksrestaurierung"?

Das Deck des Salamanders besteht aus Teakleisten, die über einer Sperrholz-Unterlage auf Decksbalken genagelt sind. Über den Nagelköpfen sind kleine Teakpfropfen, in den Fugen zwischen den Teakleisten ist eine dauerelastische Dichtmasse.

Im Laufe der Jahrzehnte werden die Fugen undicht und das Wasser kann sich zwischen der Teak- und der Sperrholzschicht sammeln. Das Sperrholz wird dadurch weich - das Deck wird bei Belastung stärker verformt - die Nägel arbeiten sich samt der Pfropfen aus den Leisten - das Deck wird noch undichter.

Nun gilt es, sämtliche Teakleisten, alle Aufbauten (Luken, Deckshaus u.s.w) und das gesamte Sperrholz zu entfernen, schadhafte Decksbalken auszubessern und neues Sperrholz zu verlegen. Die Teakleisten, die dann wieder das "Parkett" bilden, werden heutzutage nicht mehr genagelt, sondern mit Epoxidharz verleimt. Wenn die Arbeit getan ist, wird das Deck deutlich haltbarer und mindestens so schön sein wie beim Stapellauf 1923.

Und heute...

...sind wir in der glücklichen Lage, die Restaurierung des Decks in diesem Frühjahr in Angriff nehmen zu können. Die Hauptarbeit wird die Bootswerft Welkisch in Berlin-Spandau durchführen, es gibt für uns jedoch genug Möglichkeiten, sich an dem Projekt zu beteiligen - sei es durch tatkräftige Mitarbeit (Demontage und Entsorgung, Lackier- und Säuberungsabeiten) oder auch durch die eine oder andere Spende.

Zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass wir, so meine ich jedenfalls, stolz sein können, dass wir es uns leisten können und wollen, dieses Stück Geschichte zu pflegen und zu erhalten. Uns als Verein mit über 160jähriger Tradition kann ein bald 90jähriges Boot nur schmücken.

 

Ath.



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