Am 19. November wurde das Boot aus dem Wasser gehoben und auf den Trailer gesetzt. Nun heißt es erstmal warten. Bedingt duch die späte Beauftragung und die gute Auslastung der Werft kann mit den eigentlichen Arbeiten erst im April begonnen werden. Dann aber werden hier detaillierte Berichte zum Baufortschritt zu finden sein.

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Salamander am Kran |
Endlich, am Freitag vor dem Pfingstwochenende ist es soweit. Drei Wochen später als geplant kann jetzt mit den Arbeiten begonnen werden. Die Abdeckplane vom Winterlager ist schnell entfernt und um die Mittagszeit kommt der Traktor, der unseren Salamander die 200m bis zur Werft zieht.
Dort angekommen, wird kurz gepeilt ob er denn wohl auch durchs Hallentor passt - wie man sieht hat's geklappt.

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Einfahrt in die Halle |
...vergeht damit, den Salamander vom Anhänger herunter auf den Hallenboden zu stellen. Dort steht er, ordentlich aufgepallt, stabiler und außerdem hat man einen halben Meter mehr Kopffreiheit bei den Decksarbeiten. Anschließend kommt noch eine Rüstung rundherum, so dass man das Deck in bequemer Arbeitshöhe hat.
Nun geht es darum, die auf dem Deck montierten Beschläge und die Fußreling Stück für Stück abzubauen. Außerdem muss ein Plan angefertigt werden, nachdem man später auf dem neuen Deck alle Luken, Schienen, Rollen und nicht zuletzt auch die Kajüte und den Mastduchrbruch wieder an die vorgesehende Stelle montieren kann.
Das Beschläge abbauen ist recht mühsamm. Man braucht mindestens zwei Leute, von denen sich einer durch große Flexibilität auszeichnen muss - die Muttern der Befestigungsbolzen sind oftmals an extrem schlecht zu erreichenden Stellen.
Am Freitag sind alle Beschläge abgebaut und sauber nummeriert.

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Beschläge und Decksplan |
Außerdem stellt sich die wunderbare Aufgabe, geschätzte 800 Holzpfropfen aus dem Teakdeck zu pulen, auf der Suche nach größeren Schrauben, die einer gewaltsamen Montage Widerstand leisten könnten. Zum größten Teil sind die Streifen zwar genagelt, an den Enden der Streifen und an diversen, in der Vergangenheit ausgebesserten Stellen sind teilweise recht massive Schrauben in die Decksbalken getrieben worden.
Heute (2.6.) ist das Deck schon fast vollständig entfernt. Unter Sperrholzschicht kommen die Decksbalken zum Vorschein. Deren Zustand ist gemischt: Einige sind schon einmal ausgewechselt worden und noch in Schuss, die meisten sind reparabel, einige sind kaum noch existent.
An der Ansicht des vom Zierstreifen befreiten Kajütaufbaus (Steuerbordseite innen) kann man hervorragend die in verschiedenen Jahrzehnten montierten Schichten erkennen. Auch die Ausbesserungsarbeiten mit Gummi-Dichtmasse und die zusätzlichen Verstärkungen kommen wieder zum Vorschein.
Der verzinkte Stahlwinkel im 2. Bild wurde Anfang der 90er für DM 1.95 bei OBI erstanden und mit V2A-Bolzen montiert.
Neben den achtbeinigen tierischen Mitbewohnern hat sich hier noch ein pflanzlicher eingenistet: Die schon recht großen, leuchtend gelben Fruchtkörper eines Schimmelpilzes kamen an einigen Stellen zum Vorschein.
Auch die kleinen Bausünden vergangener Jahre kommen so zum Vorschein. Gerade in den Bereichen, an die man von innen überhaupt nicht herankam, wurden mit ordentlichen Mengen Sikaflex und Epoxidharz von außen Löcher gestopft. Immerhin haben auch diese Reparaturen fast zehn Jahre geholfen, das Boot ansehnlich und flott zu halten.
Inzwischen (7.6.) ist das Deck und das Deckshaus vollständig demontiert. Am vergangenen Freitag haben wir die Werkstatt aufgeräumt und einen ganzen Anhänger voll mit den zersplitterten Überresten des Decks zur Entsorgung gebracht. In dieser Woche steht die Reparatur des Vorderstevens an. Bei dieser "Frickelarbeit" werden wir wohl nicht großartig helfen können.
Hier ist der neue Außensteven im Rohzustand zu sehen. Der Außensteven ist der sichtbare Teil des Stevens, der Innensteven ist der Teil, der unter der Beplankung liegt.
Gebaut ist der Steven aus ca. 6mm starken Eichenlamellen, die gebogen mit Epoxidharz verleimt werden und dadurch in Form bleiben. Zur Zeit ist der Querschnitt noch rechteckig, alles was zuviel ist, wird später weggehobelt.
Nun sind auch die Planken, die auf den Steven treffen wieder verschraubt und verleimt. Die Enden der Balkweger sind schon angeschäftet, um die noch fehlenden Enden anleimen zu können.
Inzwischen (in der ersten Juliwoche) ist die Arbeit an den Decksbalken im Gange. Auch hier hat nicht nur der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen, es sind auch die Resultate unterschiedlichster Reparaturarbeiten der vergangenen Jahrzehnte zu besichtigen.
Das Spektrum der Arbeiten reicht vom Aufleimen von Furnier (zur Korrektur der Balkenbucht) bis hin zum Austausch der alten durch komplett neue Balken.
Balkenbucht und Deckssprung (Biegung des Decks in Quer- und Längsrichtung) werden mit Latten (sogenannten Straklatten) kontrolliert und per Hobel solange korregiert, bis sich ein harmonischer, gleichmäßiger Verlauf der Linien ergibt.
Hier sieht man schön, dass Holzarbeiten durchaus manchmal filigranes Werkzeug erfordern: Die Sohle des kleinen Hobels misst ca. 3x8cm. Allerdings wurde damit NICHT der Balkweger bearbeitet, auf dem er gerade steht.

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Minihobel ("Moppel") und Minischmiege |
Zu den erwarteten Arbeiten bei der Deckrestaurierung gehört auch der teilweise Austausch der Scherganges (der oberste Plankengang, der mit dem Deck zusammentrifft). Durch das undichte Deck in Mitleidenschaft gezogen, wurden in den vergangenen Jahren schon einige Meter Schergang getauscht, dieses Stück an Steuerbord achtern fehlte aber noch.

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Neuer Schergang |
Manchmal (21. Juli) gibt es auch noch ein paar unvorhergesehene Arbeiten. Wenn z.B. der neue Schergang, diesmal an Backbord, an den Spanten befestigt werden soll, das eine Spant allerdings rott ist, also zum Teil neu gebaut werden muss, die Planken, an denen das Spant befestigt ist auch nicht mehr sooo gut sind, als dass man ein neues Stück Spant darauf festleimen mag...
Dann hilft nur der Austausch kleiner Plankenstücke. Besonders unangenehm beim Plankentausch vor allem für die Schneiden der Stecheisen ist, dass die Planken beim Salamander untereinander ca. alle 30cm vernagelt sind. Die geeigneten Werkzeuge sind hier Eisensägeblatt und Winkelschleifer.
Inzwischen ist es Ende August, die Dokumentation war während der Urlaubszeit unterbrochen, die Arbeiten am Salamander sind jedoch weitergegangen. Zunächst einmal sind inzwischen alle maroden Stellen in der Bordwand beseitigt und, gerade im Bereich der Wantenbefestigung mit neuem Holz ausgebessert worden.

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Neue Planken, fertig zum lackieren |
Im Bereich der Kajüte und der Plicht sind die sonst von Bordwand zu Bordwand laufenden Decksbalken unterbrochen, um Platz für den Innenraum oder die Einbauten zu lassen. Das "abgeschnittene" Ende der Decksbalken liegt auf der sogenannten Schlinge (auch Duchtweger genannt) auf. Der Teil der hier auf dem Bild zu sehen ist, ist der Teil der Schlinge, der später unter der Vorderkante des Deckshauses zu liegen kommt.
Heute (7.9.) wurden alle Duchtweger und Decksbalken endgültig verleimt. Nachdem der Leim ausgehärtet ist, werden die Balken noch ausgestrakt, dann ist der Unterbau für das Deck fertig.

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Alle Balken fertig! |
Das abgenommene Deckshaus ist ebenfalls fast fertig. Der gebogene vordere Teil der Kajütwand ist neu.

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Frisch lackiertes Deckshaus |
In den letzten zwei Wochen (das Bild ist vom 8.10.) ist die Sperrholzschicht für das neue Deck fertig geworden. Vor allem "gefühlt" ein großer Schritt in Richtung Fertigstellung. Trotzdem das Sperrholz nur 6mm stark ist, wirkt es durch den neuen Decksbalken-Unterbau ungeheuer stabil - fester als ich es je beim Salamander kannte.

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Sperrholzdeck |
Ein interessantes Detail: Dort, wo die 6mm starke Sperrholzschicht auf die Beplankung trifft, wird ein 6mm starker Streifen Vollholz aufgeleimt um zu verhindern, dass die Kanten der Sperrholzplatten feucht werden. Nach dem Hobeln und Schleifen ist dieser Streifen etwa halb so breit wie die Planken stark sind.

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Detail an Steuerbord achtern. |
Hier sieht man schon die Vorbereitung für die Verlegearbeiten, den Anriss für den Fisch und ein paar Dutzend vorbereitete Teakleisten.
Freitag, 15.10.
Das Verlegen des Stabdecks beginnt mit dem Schandeck (dem äußeren Rand des Decks) und den Laibungen der Aufbauten. Um jede Luke, um den Mast und um Cockpit und Kajüte herum wird ein Streifen Mahagoni gelegt.
Was man auf dem Bild nicht sieht: Das Backbord- und Steuerbordschandeck wird aus dem gleichen Brett aufgesägt, so dass die Maserung des Holzes später auf der linken und rechten Schiffsseite spiegelsymmetrisch ist.
Montag, 8.11.
Beim legen der Stäbe tritt das Problem zu Tage, das man bei allen "Altbauten" hat: Die zu belegene Fläche ist alles andere als symmetrisch (oder gar winklig), trotzdem soll das Ergebnis symmetrisch aussehen. Daher wird jeder Stab an den kritischen Stellen, an denen er in das Schandeck oder den Fisch einläuft, bearbeitet. Auf diese Weise sind bisher neun Stäbe fertig geworden.
Freitag,9.12. Seit Anfang der Woche sind alle Stäbe verlegt, das Deck ist nun fast fertig. in den Zwischenräumen zwischen den Stäben sieht man schön das rote Fugenband, das verhindern soll, dass die Vergussmasse am Boden der Fuge festklebt. (Sie soll nur an den benachbarten Stäben haften, um die Dehnungsbewegungen des Holzes besser ausgleichen zu können.)
28.Dezember:
Inzwischen sind die Fugen zwischen den Stäben mit Vergussmasse ausgefüllt und das ganze Deck geschliffen worden. Die Leibhözer um die Aufbauten herum werden, ebenso wie Schandeck und Fisch für die Lackierung vorbereitet. Und: wir bekommen neue Lukendeckel. Es handelt sich hierbei um "Ausbildungslukendeckel". Weil der Neubau absolut nicht mehr im Budget unterzubringen war, es aber niemand übers Herz brachte, die alten Sperrholzdeckel auf das neue Deck zu montieren, wurden sie von den Lehrlingen der Werft als Übung gefertigt. (Nachtrag 12.1.: Sie sind sehr schön geworden, vielen, vielen Dank dafür)
4. Januar 2011
Zum Anbringen der Beschläge müssen viele Löcher durch das neue Deck gebohrt werden. Das tut schon beim Zuschauen ziemlich weh.
10. Januar 2011
Seit heute abend haben wir unseren Salamander zurück. Nach über 33 Wochen in der Werft steht er nun wieder, noch in Planen eingepackt, auf dem Pichelhüttenparkplatz. Für Fotos war es schon zu dunkel, die werden am kommenden Samstag nachgereicht.
So ganz abgeschlossen ist die Instandsetzung aber noch nicht: die üblichen Lackierarbeiten am Rumpf stehen noch aus, auch fehlt noch im Innern die Elektrik und viele Anbauteile, die beim Abnehmen des Decks demontiert werden mussten. Auch diese Dinge werde ich der Vollständigkeit halber hier berichten, bis das Boot dann im April wieder schwimmt.
Vieleicht ist das dann hier auch die richtige Stelle, mich zu bedanken. Liebe Mitarbeiter der Bootswerft Welkisch, falls ihr das hier lest, vielen Dank für die handwerklich wunderschöne Arbeit. Liebe Hüttenbrüder, vielen Dank für die finanzielle Unterstützung und die tatkräftige Hilfe bei all den kleinen und großen organisatorischen und praktischen Nebentätigkeiten. Die wenigen verbleibenen Wochen bis zum Abslippen werden sicher recht schnell vergehen, dann können wir in eine schöne, lange Saison mit unserem "fast neuen" Salamander starten.
21.4.2011 - Wie versprochen hier nun abschließend ein paar Fotos vom Saisonbeginn. Die lange Zeit ohne "Salamander" am Steg hat damit nun ein Ende.
Am Donnerstag vor Ostern, 7:00Uhr ist es soweit. Der Traktor ist da, um das Boot die 200m zur Slipbahn zu ziehen. Normalerweise wir das Boot per Kran vom Hänger gehoben, damit der Hänger im Wasser nicht so leidet. Irgendwie wollten wir aber in diesem Jahr nicht noch länger auf den Kran warten und bevorzugten die klassische Variante: Der Hänger fährt, an einem Schleppseil vom Traktor gehalten, auf einer Slipbahn ins Wasser.
Und weil's noch so früh am Tage war, als das Boot schon schwamm, haben wir uns entschlossen, am selben Tag noch den Mast zu stellen.
Also Mast aufs Boot tragen, zum Mastkran beim ASV fahren, jede Menge Wanten und Stage festfrickeln und danach etliche Meter Fallen und Strecker einziehen. Dabei mussten auch noch viele neue Rollen unter Deck verschraubt werden, die zur Decksreparatur abgenommen werden mussten, das Kennzeichen und der Bootsname angebracht und die Segel angeschlagen werden.
Abends gegen sechs waren wir dann fertig. Bei schönstem Sonnenschein und leichtem Wind haben wir dann noch einen Probeschlag bis zum Grunewaldturm gemacht.
© 2011 Akademischer Verein HÜTTE e.V.