Prof. Dr. phil. Dr.-Ing. Adolf SlabyDer Hüttengeschichte zum 150. Stiftungsfest 1996 ist zu entnehmen (S.35 ff), daß der erste Vorsitzende des Vorstandes des Akademischen Vereins HÜTTE e. V. Adolf Slaby hieß. Die HÜTTE hatte sich den Status einer Juristischen Person als eingetragener Verein 1906 zugelegt. Die Hüttengeschichte sagt weiter aus, daß Slaby Professor, Prorektor der Technischen Hochschule und später Ehrenmitglied der HÜTTE war. Ich wollte wissen wer er war und habe einige weitere Quellen erschlossen (u.a. Hüttenmitteilungen Nr. 15 vom 15.2.1953 (pdf)). Wer war Adolf Karl Heinrich Slaby, der als erster Alter Herr vom 1.3.1906 bis zum 18.1.1912 als Vorsitzender des Vorstandes die HÜTTE führte? Adolf Slaby war ein typischer Berliner. Dort wurde er am 18.4.1849 als Sohn eines Buchbinders geboren. Sein Großvater war aus Böhmen nach Berlin übergesiedelt. 1869 wurde Slaby Hüttenbruder. Seine Bestrebungen, über das Fachwissen hinaus andere, musische und allgemeinbildende Fächer an der Akademie anzusiedeln, stießen in der HÜTTE auf Widerstand. So gründete er auf Anregung seines Lehrers Eggers den "Literarischen Verein von Studierenden der Gewerbeakademie" der sich später als "Vereinigung für Literatur und Kunst" der HÜTTE anschloß. Seitdem findet man im Hüttenwappen (rechts unten) das Papier für die Literatur, die Palette für die Malerei und die Harfe für die Musik. Durch diese Vereinigung hat die HÜTTE manche Bereicherung erfahren, und die Akademie machte die ersten Ansätze zum Studium Generale, das dann 1947 Ziel der Technischen Universität werden sollte. Seine wissenschaftliche Karriere begann Slaby 1873 als Lehrer für Mathematik und Mechanik an der Gewerbeschule Potsdam. 1876 wurde er auf Veranlassung seines Lehrers Prof. Reuleaux als Privatdozent an die Königliche Technische Hochschule berufen, behielt aber seine Aufgabe in Potsdam. Ganz besonders hervorzuheben ist, daß Slaby die erste technisch richtige Erklärung der Schwingungen in der Sende- und Empfangsantenne fand und sich auch als einer der ersten mit der Messung der Wellenlängen (Slabystäbe) und somit der Schaffung der abgestimmten Schwingungskreise beschäftigte. Nicht nur Georg Graf von Arco, sondern alle deutschen Ingenieure der älteren drahtlosen Telegraphie sind aus seiner Schule hervorgegangen und seiner Anregung war es zu verdanken, daß die AEG 1898 die erste deutsche Fabrik für Radioapparate einrichtete. Slaby wirkte auch an der Gründung der "Gesellschaft für drahtlose Telegraphie mbH System Telefunken" mit. Deren erster Direktor wurde Slabys Schüler Graf Arco. Wenn die Technische Universität Berlin in diesem Jahr, neben ihrem 200-jährigen Bestehen, 100 Jahre Promotionsrecht an deutschen Technischen Hochschulen feiern konnte, dann verdankt sie das nicht zuletzt Adolf Slaby und seiner besonderen Nähe zu "unserer allergnädigsten Majestät, dem Kaiser", der den Technischen Hochschulen 1899 in der TH Charlottenburg das Promotionsrecht verlieh. Damit war der lngeniersstand "hoffähig". In der Ausstellung zur Geschichte der Technischen Universität Berlin, die noch bis Ende Januar im Lichthof der TU zu sehen ist, hat man Adolf Slaby im ersten Stock eine Doppeltafel gewidmet. Adolf "Pali" Sander, HÜTTENBLATT 1/2000, "Mitteilungen des A.V. Hütte"
Freundliche Auskunft des Universitätsarchivs Jena: Bildquelle: www.nue.tu-berlin.de/history/slaby.htm Adolf Slaby als Persönlichkeit:
Die Sacrower Heilandskirche als Versuchsstation
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