Elektrische Energietechnik, Band 2 (Geräte)

Der erste Hauptabschnitt über Stromrichter ist wegen der immer noch zunehmenden Bedeutung der Leistungselektronik in der Energietechnik vergleichsweise ausführlich gehalten. Neben den Grundlagen, hierbei vor allem den Kommutierungs- und Führungsarten sowie der Takt- gebung, wird zunächst das Verhalten der Halbleiterventile für sich und im Zusammenwirken mit den gebräuchlichen Beschaltungselementen behandelt. Es folgen Unterabschnitte über die Wirkungsweise von Ventilen, deren Bedeutung zum Teil stark abgenommen hat, die aber noch in zahlreichen älteren Anlagen in Betrieb sind. Hierzu zählen vor allem die Quecksilberdampfventile. Nach einem Überblick über die Stromrichterschaltungen werden die Eigenschaften der wichtigsten Stromrichtergeräte und -anlagen dargestellt. Es folgen die Steuerung und Regelung, Angaben über Stromrichterzubehör, hierbei hervorzu- heben die Schutz- und Überwachungseinrichtungen. Erwähnenswert ist noch der abschliessende Unterabschnitt über die Rückwirkungen der Stromrichter auf das Netz, welche in der Praxis in zunehmendem Mass Gegenstand kritischer Betrachtungen sind.

Der Hauptabschnitt 2 befasst sich zunächst mit den schaltungstechnischen und theoretischen Grundlagen der Leistungstransformatoren. Als wesentliche Einflussgrösse des Verhaltens im Normalbetrieb werden danach in knapper Form die Streufelder und die Kurzschlussspannungen behandelt. Wegen ihrer Bedeutung hervorzuheben sind die Unterabschnitte über Stromkräfte und Überspannungs - Beanspruchungen sowie über die Einstellbarkeit des Übersetzungsverhältnisses. Für den Studierenden dürfte die vergleichsweise ausführliche Darstellung des konstruktiven Aufbau von besonderem Wert sein, weil hiervon aus Zeitmangel in den üblichen Vorlesungen nur wenig gebracht werden kann. Abschnitte über Sondertransformatoren und Transformatorprüfung beenden das Kapitel.

Im folgenden Abschnitt "Drosselspulen" werden zunächst die Arten und der Aufbau von Eisen- und Luftdrosseln behandelt. Hervorzuheben ist der Unterabschnitt über Transduktoren, die als Steuerelemente in zahlreichen in Betrieb befindlichen Anlagen noch im Einsatz sind.

Der sich anschliessende Abschnitt über Messwandler erfordert zu Beginn die Darstellung der Theorien der Spannungs- und Stromwandler, weil diese in der für die genannten Messwandler zugeschnittenen Form von der Theorie der Leistungstransformatoren abweichen. Die folgenden Unterabschnitte über Werkstoffe, Bauformen und das Betriebsverhalten bilden den praxisnahen Abschluss dieses Gebietes.

Obwohl die Wirkungsweise von Überspannungsableitern nicht auf dem Induktionsgesetz beruht, wurden die Überspannungsableiter mit in den Hauptabschnitt über Transformatoren und Drosselspulen hineingenommen, weil sie wichtige Beschaltungs- bzw. Schutzelemente für Transformatoren sind. Von den in der Energietechnik angewendeten Überspannungsableitern hat heute nur noch der Ventilableiter praktische Bedeutung. Sein Arbeitsprinzip und sein Aufbau werden behandelt. Bei der Schilderung der Anwendungen und der Überwachung im Betrieb wird auch der Problemkreis der Isolations- Koordination und der Ansprechzähler in gebotener Kürze gestreift.

Im Hauptabschnitt 3 werden die Grundlagen und Anwendungen von Kondensatoren in der Energietechnik behandelt. Im Vordergrund steht wegen ihrer Bedeutung die Blindleistungskompensation, wegen des steigenden Einsatzes von Stromrichtern werden aber auch die Filterkreis - Kondensatoranlagen berücksichtigt.

Der Hauptabschnitt 4 behandelt Akkumulatoren, Primärzellen und Energie - Direktumwandlung. Hier wird unseres Wissens erstmalig in einem Handbuch der Energietechnik ein Überblick über ein Gebiet gegeben, welches aus sehr verschiedenen Gründen in den letzten Jahren in den Brennpunkt des Interesses gerückt ist. Es sind dies vor allem der Umweltschutz, die zunehmende Knappheit bei den ,klassischen" Primärenergieträgern Kohle und Öl sowie die Weltraumfahrt. Neben den seit langem bekannten, jedoch stetig weiter entwickelten galvanischen Primär- und Sekundärzellen werden eine grosse Anzahl von Entwicklungen der neueren Zeit erläutert und in ihrer Bedeutung und ihren künftigen Erfolgsaussichten bewertet.

Auch die Aufnahme des Hauptabschnitts 5 über Geräte der Hochenergiephysik in ein Handbuch der Energietechnik dürfte neu sein. Redaktion und Herausgeber gingen bei der Entscheidung darüber von der Tatsache aus, dass auf dem Gebiet der Teilchenforschung und der Plasmaphysik starkstromtechnische Geräte und Maschinen eine immer grössere Bedeutung erlangen. An der Projektierung und Bau derartiger Anlagen sind Ingenieure des Elektromaschinenbaus und der Energietechnik heute massgeblich beteiligt. Daher ist ein Einblick in das Gebiet in der Praxis tätige Ingenieure gleichermassen zweckmässig.

(Auszüge aus dem Vorwort zur 29. Auflage von Prof. W. Böning)



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